Kannst du dich gut leiden?
Was für eine Frage!!! Was für eine Frage???

Wie steht es bei dir damit dich im Spiegel zu betrachten?

2017 war ich selbst in einem Coaching. Es kam die Rede darauf, dass ich beim Friseur gewesen war. „Ja,“ sagte ich, „mich zwei Stunden im Spiegel anschauen – Höchststrafe!“
Daraufhin begann die Spiegel-Challenge, die mein Leben nachhaltig verändern sollte:
Jeden Tag eine Minute in den Spiegel schauen.

Am Anfang konnte ich es eigentlich nicht aushalten. Getreu dem Motto „Eat the frog“ machte ich es eher zu Tagesbeginn, es war eine Qual. Es gab keine großen Fortschritte, darum habe ich freiwillig verlängert und dann jedes mal einen kleinen Spiegel in mein Bullet Journal gemalt. Ich war stolz auf mich. Und ich habe gelernt Spiegel, Glasflächen und ähnliches zu beachten und mich quasi freundlich zu grüßen und nicht verschämt wegzusehen. Heute mache ich manchmal das, was die Coach mir erzählte, und was mir unvorstellbar erschien: Dass sie sich loben würde, anfeuern, sich klasse finden. Ja, das gibt es bei mir nun auch oft! Und manchmal streichle ich mir auch die Wangen, wenn ich weiß, was ich mitgemacht und bestanden habe „Hast du fein gemacht, du Süße!“

Ein weiterer Schritt waren vor einem Jahr die ersten Versuche für Live-Videos bei Facebook. Ich wurde krank davon. Nach Weihnachten machte ich aus Daffke einfach mal in der Kirche ein Video über Orgelstücke- das machte mir Spaß!!!! Und ich entdeckte, dass Video eben schneller geht als Schreiben, dass sich besser Emotion vermitteln lassen, und dass es gar nicht so schlimm ist. Und stellte fest, wie schnell es im Grunde gemacht ist und wie viel man in kurzer Zeit weitergeben kann. Heute ist das für mich ganz normal. Nach zwei Jahren. Einen Podcast zu machen ist für mich gar keine beängstigende Vorstellung, aber auch eben kein Drücken vor dem Sichtbarsein mehr…

Bist du dir so wichtig, dass du auch Zeit mit dir allein einplanst?

Zeit mit dir allein, ist das eine Horrorvorstellung? Oder eine Sehnsucht?

Wie sieht es aus mit deinem Wochenplan, der Monats- und Jahresplanung? Ist da Zeit für dich allein eingetragen? Was tust du dann? Wo bist du dann? Was sind Tätigkeiten, Orte, wo du dich entspannst? Oder entspannst du auch mit anderen Menschen? Und wie?

Bist du auch im Alltag selbstfürsorglich?

Achtest du darauf, dass du nicht hetzen musst? Gestaltest du die Dinge möglichst so wie du sie gern hast, natürlich ohne die anderen zu ‚knechten‘, ihnen etwas überzustülpen, dass sie nicht wollen? Achtest du auf genügend Schlaf, gutes Essen, Entspannung?

Was bedeutet das fürs Üben?
Üben und entspannt in der Hängematte liegen passen natürlich nicht zusammen, keine Frage!
Du brauchst eine gewisse Spannung einen gewissen Muskeltonus, um üben zu können. Auch dein Geist muss wach sein. Dennoch kommt die Konzentration aus der Entspannung, zum Beispiel aus dem einen-Gang-runterschalten nach der Arbeit, dich hinwenden zum Instrument, Kontakt aufnehmen, den Raum hören, vielleicht spüren… Hast Du Zeit entspannt zu üben? Oder kommst du schon gestresst an?

Wie gehst du mir dir beim Üben um? Hast du einen inneren Kritiker, der dich niedermacht und verhindert, dass du sachbezogen an auftretenden Schwierigkeiten herangehst? Oder freust du dich regelrecht darauf, diese zu lösen, weil du einen großen Methodenkoffer dazu hast?

Viel rund ums Üben besprechen wir in meiner kostenlosen Facebook Gruppe, magst du reinhüpfen?
Das würde freuen
Birgit aus Hannover