Je älter ich werde, umso bewusster wird mir, wie kostbar das menschliche Leben ist. Wie wichtig es ist, dass du DICH kennst – und nicht ‚nur‘ alle andern, bestimmte Orte… Dass es nicht nur ums Äußere geht, sondern vor allem um das Innere, deine Persönlichkeit, deine Begabung, das wozu du in Resonanz gehst.

Denn das wird anders sein als das der dich umgebenden Menschen – im Kleinen wie im Großen.

Der eine mag es quirlig, der andere eher ruhig.
Die eine liebt es laut, du eher leise?

Das setzt sich fort in alle Bereiche und alle Schichten deiner Persönlichkeit.
Es hat zu tun mit deiner Geschichte, deiner eigenen körperlichen und seelischen Wahrnehmung.

Gerade Menschen meiner Generation haben noch einen Lebensplan ‚aufgedrückt‘ bekommen. Welcher Beruf gewählt wurde, dass überhaupt einer gewählt wurde. Dass von nine to five arbeiten eben so ist. So vieles war noch viel starrer als heute.

Ich hatte mich mit der Berufswahl Kirchenmusik schon dagegen gestellt! Ein künstlerischer Beruf, daraus folgend lief Schule eher „nebenbei“. Mich faszinierte an dem Berufsfeld, dass es eben nicht jeden Tag gleich ablief, dass es Zeit mit am Instrument bedeutete, aber ebenso Zeit mit andern, aber ganz verschieden (Gottesdienst, Chorprobe, Unterricht, Sitzung), und dass es eben auch frei gestaltbare Zeit gab z.B. durch die Schulferien, in denen Manches wegfiel.

Heute weiß ich, dass ich damit auf mich gehört hatte, sowohl auf meinen Wunsch nach Abwechslung wie auch meinen Wunsch nach Ruhe, auf meine Hochsensibilität – etwas , das man damals noch nicht kannte und was mir nicht wirklich bewusst war.

Ich sag mal: Glück gehabt.

Denn wenn ich auch abgesehen von zwei Jahren nach meinem Examen keine hauptamtlichen Stelle mehr hatte, weil sich die Stellenlandschaft geändert hatte, so habe ich in welchem Mix auch immer diese Elemente kombinieren können. Oft gab es da die Notwendigkeit anzugleichen. Oft ist zu wenig Muße, „weil man im künstlerischen Bereich eben schlecht Geld verdient!“ (Achtung: Glaubenssatz!), aber eben immer hochwertige professionelle Leistung bringt. Und diese bedarf der Vorbereitung und einer gewissen auch körperlichen, nervlichen Gestimmtheit…

Warum erzähle ich dir von mir? Weil ich dich fragen möchte:
Lebst du ein Leben, das deinen Zielen entspricht?
Das DIR entspricht?

Wenn das in mehreren Bereichen nicht der Fall ist, wird dich das schwächen.
Wenn es um große ‚Dinge‘ geht, kann (!) es dich krankmachen.

Ich z.B. sehnte mich dennoch nach einem quirligen Leben und einer großen Familie, die ich zum Glück auch bekommen habe! Bei so langfristigen Verpflichtungen muss man natürlich auch immer wieder neu „JA!“ dazu sagen. Und Kompromisse gehören zum Leben, unbedingt. Aber wenn immer alle und alles bekommt, was gebraucht wird, und du nicht? Dann ist die Katastrophe vorprogrammiert…

Also gehe in Resonanz mit deiner Persönlichkeit, mit deinen Lebensvorstellungen, dem was dir wichtig ist, deinen Zielen. Wie immer du es ausdrückst.

Und falls du jetzt sagst: Ich weiß gar nicht, was Birgit meint, bist du entweder total zufrieden (*Glückwunsch*) oder noch nicht sehr bei dir. Ebenso Glückwunsch! Denn dann hast du viel Möglichkeiten für spannende Entdeckungen deiner selbst. Und das hört ja ohnehin nicht auf ;).

Viel Freude auf deiner ganz persönlichen Entdeckungsreise wünscht dir
Birgit aus Hannover