Misserfolg ist per definitionem:
Ein schlechter, enttäuschender, negativer Ausgang einer Unternehmung oder etwas Ähnliches.

Warum haben wir dann Lust uns diese Woche damit zu beschäftigen, zum Kuckuck nochmal!?!
Und das auch noch mitten in der schönen Adventszeit??? Birgit, also wirklich!

Weil in Misserfolgen die größte Chance zu Wachstum, Veränderung, Verbesserung, Lernen liegt!
Und weil du wesentlich resilienter wirst (psychisch und physisch widerstandsfähiger), wenn du mit Misserfolgen entspannt umgehen kannst!

Hast du dieses Jahr einen echten Misserfolg erlebt? Oder zuvor schon einmal?

Was ist für dich Misserfolg?

Misserfolg ist das Gegenteil von Erfolg. Schauen wir uns mal an, was (angeblich) Erfolg ist.
Die Erfolgs-Fixiertheit unserer Gesellschaft ist groß. Die Erfolgskurve muss immer nach oben gehen, höher, weiter schneller! Und natürlich führt die Linie immer geradeaus nach oben! Etwa nicht???

Dabei könnte man es ja sehen, wenn man denn nur Augen dafür hätte, jeden Tag in den Nachrichten zum Beispiel:  Der DAX macht jeden Tag etliche Hochs und Tiefs. Und ein mehr oder ein weniger als zum Tag davor definiert sich eben im Vergleich zum Tag davor, zur Woche, zum Monat davor. Die kurzfristigen Tiefs sind dann nicht mehr wichtig!

Genauso ist es auch im Übleben:
Deine letzte Übeinheit war nicht so zufriedenstellend. Aber insgesamt hast du Erfolgserlebnisse:
Du kommst besser ins Üben hinein,
du bemerkst, dass du den Notentext oder Übinhalt schneller erfasst.
Du erkennst schneller, was nicht läuft und findest schneller Lösungen dafür.
Jetzt benutze ich doch den Terminus ‚schneller‘, das aber hier bedeutet: Hürden und Reibungspunkte sind nicht mehr da, es ‚flutsch‘ besser. Der nette Nebeneffekt: du sparst dir auch Zeit – und Nerven. Einen solchen Üb-Erfolg kann man mit guter Methodik erreichen!

Rückschläge kleinerer oder größerer Art sind normal.
Wann ist es zu viel? Wann setzen sich die Misserfolge zu einem Scheitern zusammen?

Die Kette ist Fehler → Misserfolg/e → Krise/n → Scheitern.
Ist die andere Kette entsprechend Gelingen → Erfolg/e→ Überfliegen, → Abheben?
Ist diese Kette im Kopf vielleicht auch eine Begründung für die bei Kirche weiterverbreitete Angst
vor (auch finanziellem) Erfolg?

__________________________________________________________________________________________________

ÜBUNG
Einmal provokant gesagt: Nutzen wir doch mal eine Überflieger-Methode,
schauen wir von oben auf unsere Misserfolge!

Nimm dir fünf Minuten Zeit an einem ruhigen ungestörten Platz, hab einen Notizblock o.ä. und Stift zur Hand. Stell dir vor (nach deiner Wahl), du seist ein Adler, eine Eule oder …
Auf jeden Fall schwingst du dich in die Lüfte und segelst in der Thermik über deinem Leben siehst es von oben an.  Misserfolge. Wie sehen sie hier von oben aus? Verschwindend klein? Sind sie überhaupt zu erkennen? Oder was erkennst du stattdessen? Vielleicht sind deine Misserfolge aber auch größere Steine, machen aus deinem Leben ein wenig eine Felslandschaft? Könnte das nicht auch bedeuten, dass du den Berg schon fast bestiegen, den Gipfel schon erreicht hast? Lass eventeull aufkommenden Gefühlen ruhig Raum. Von welchen willst du mehr? Von welchen weniger? Mit wem könntest du darüber sprechen?

_______________________________________________________________________________________________________

Was entscheidet über Erfolg und Misserfolg? Gelassenheit, Selbstvertrauen.
Das Wissen, dass Rückschläge zu unserm Leben gehören.
Dass es darauf ankommt wieder aufzustehen – einmal mehr nur als hinzufallen!

Trainieren wir also unseren Misserfolgsmuskel!

Was ich damit meine:

  • akzeptieren wir in Gelassenheit Fehler und kleine Misserfolge,
  • analysieren wir, wie es dazu kam,
  • verbessern wir unsere Herangehensweise, das Setting, die Strategie…
  • besinnen wir uns auf unsere Stärke/n-
  • und machen sinnvoll weiter, für entspannten Erfolg.

Denke daran:
Dich frühzeitig um kleine Misserfolge zu kümmern, bewahrt dich vor einem großen Misserfolg!

So wandeln wir in Gelassenheit und mit zielgerichtetem Handeln Misserfolg um in Erfolg.  Und müssen so keine Angst haben vor einem weiteren Misserfolg, so lange er unsere Existenz nicht gefährdet. Wenn die Existenz gefährdet ist, sprechen wir von Scheitern. Aber das ist ein anderes Thema… das uns hoffentlich diese Woche nicht betrifft.

Das wünscht uns Birgit