Nun sind wir beim Kern angelangt: Was passiert beim Üben selbst?

Hoffentlich passiert, dass du in Resonanz mit dir selbst bist!

Geht es dir gut bei dem, was du gerade machst?
Wie steht es mit den körperlichen Aspekten? Haltung,Rücken, Arme, Gelenke?
Sind Anspannungen, Verkrampfungen, Verspannungen?
Bist du durchlässig für die Musik? Wo klemmt es?
Körpergerecht spielen hält gesund!
Vielleicht ist der Kopf blockiert, wie ist deine Wahrnehmung?

Resonanz mit Instrument, Raum, den anderen?

Wie reagiert dein Instrument? Läuft alles glatt?
Wo nicht? Woran liegt das? ….

Alles in Ordnung mit dem Raum? Dem Setting?
Fühlst du dich wohl? Oder fühlst du dich gehemmt, weil man dich hört?
Oft fehlt auch Sauerstoff zum Denken, es ist zu kalt, zu warm.
Drohen Störungen?

Fürs Zusammenmusizieren: Wie ist es mit den anderen?
Ein großes Feld.

Kern des Übens ist das Übtempo
Zumeist ist das Übtempo zu schnell, nah am Endtempo.
Ein Stück, das später schnell ist, beginnt im halben Tempo. In Metronom statt 120 also 60.
Wenn das geht etwas schneller. Ich sage immer „Schneller wird es von selbst!“
Ein Exkurs noch: Es gibt eine wechselseitige Beziehung zwischen dem Herzschlag und dem Spieltempo eines Musikstücks. Darum ist 80 oder 84 das ideale Grundtempo und Stücke von Mozart und Vivaldi sind so gut für den OP, Schwangerschaftsvorbereitung usw. geeignet, weil sie den Herzschlag beim Hören herunterfahren.

Phasen des Übens

Bei der Beschäftigung mit einem Stück gibt es verschiedene Phasen. Besonders bei mehrseitigen Stücken ist es wie wenn du in einer neuen Gegend wohnst: Du schaust dich um, weißt ungefähr, wo du bist. Dann schaust du Details an, baust eine Beziehung dazu auf- und irgendwann fühlst du dich zuhause. Der Punkt an dem du die Landschaften eines Stückes kennst. Aber dazu später mehr…

Eine gute Woche wünscht dir
Birgit aus Hannover